Paul Hindemith: Neues vom Tage

Einführung von Bernd Feuchtner

Die Uraufführung von "Neues vom Tage" fand am 8. Juni 1929 in der Berliner Kroll-Oper statt. Es war die letzte Premiere der zweiten Saison dieses umstrittenen Hauses, und man kann nicht sagen, dass es ein großer Erfolg war. Das lag nicht am Dirigenten - der Chef Otto Klemperer dirigierte selbst - sondern an der unbeholfenen Inszenierung Ernst Le-gals. Erst die hervorragende Darmstädter Aufführung in der Regie Arthur Maria Rabenalts schlug ein. Man holte ihn nach Berlin, er möbelte die Missgestalt auf, und nun begannen sich auch die hauptstädtischen Intellektuellen über diese haar-sträubende Sache zu amüsieren.

Für das gewöhnliche Opernpublikum sollte das Stück ja auch eine Provokation sein, ihm wollte man sein bequemes Vergnügen austreiben. Statt großem Opernpathos bot man ihm nüchterne Geschäftsprosa, statt Nymphen Tippfräuleins, statt Leidenschaft Scheidung. Der Textautor Marcellus Schiffer war sonst für Revue und Kabarett zuständig, Hindemith hatte mit ihm 1927 bereits den Sketsch "Hin und zurück" gemacht, in dem ein Ehestreit, der zum Mord aus Eifersucht führt, von dort aus wieder zum Ausgangspunkt zurückgespult wird. Das ist natürlich ein dem Film abgeschautes Mittel. Die Oper wollte nicht mehr rückständig sein, nicht mehr dem 19. Jahr-hundert angehören. "Zeitopern" nannten sich eine ganze Reihe ähnlicher Erzeugnisse aus der Stabilisierungsphase der Wei-marer Republik, die gerade die kurze Spanne zwischen dem Dawesplan 1924 und der Weltwirtschaftskrise 1929 währte.

Man vertrug das wilhelminische Pathos nicht mehr, und auch nicht das Geschwätz von der deutschen Kultur, denn wo-hin das geführt hatte, war täglich spürbar. Hochfliegendem Idealismus stellte man sachliche Feststellungen entgegen. Technik und Amerika übten mehr Faszination aus als Bären-felle und Germanenkult. Strindbergs Geschlechterkampf wurde ersetzt durch die neusachlichen Ehekomödien von Walter Ha-senclever. Schiffers Opernlibretto ist bemüht, keines dieser Zeitphänomene auszulassen: der Sport, das nüchtern Ge-schäftsmäßige, die Scheidungswelle nach der Gesetzesreform, die Segnungen der modernen Zivilisation, die Verachtung für den miefigen Spießbürger, der stumpf seine Kulturwerte in sich hineinmampft, die Macht der Presse - alles das kommt in "Neues vom Tage" vor. Keine ewigen Werte werden gefeiert, nur die Tagesaktualität zählt.

Und wie es diesem Textbuch für eine Antioper entspricht, ist auch Hindemiths Musik über weite Strecken eine Antimu-sik. Sie sprudelt unentwegt vor sich hin - das fängt schon mit dem frisch und knapp zu musizierenden Vorspiel an - und sucht ständig die Erwartungen des Publikums zu foppen. Große Emphase wird nun nicht mehr auf "Dein ist mein ganzes Herz" verwendet, sondern auf "Es scheint uns überflüssig, dass wir zusammenbleiben". Der Rhythmus ist nicht mehr der Herzschlag der Liebenden, sondern der Takt der Schreibmaschinen. Der Intrigant ist nicht mehr ein falscher Graf, sondern ein geschniegelter Bürohengst.

Dass sich die richtigen Leute getroffen fühlten, zeigen Kritiken wie die von Walter Hirschberg: "Hindemiths angeb-lich lustige Oper 'Neues vom Tage' auf Marcellus Schiffer'schen Text, ein mixtum compositum aus Opera buffa, Cabaret, Revue und Sketch, entpuppte sich bei ihrer Uraufführung an der Krolloper als ein arg niveau- und geschmackloses Mach-werk, das mit seinen billigen Wirkungen mehr für die Wieder-gabe an einer Vorstadtbühne als an der Staatsoper geeignet ist. Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass das Werk auch an dieser Stelle Beifall fand, da ein Teil des Publikums offen-bar ehrlich befriedigt und ein anderer so angewidert war, dass er sich nicht einmal zum Widerspruch des Zischens auf-raffen konnte."

Wie viele andere Künstler auch, die sich während der Stabilisierungsphase der Weimarer Republik nüchtern und sachlich gaben, hatte auch Hindemith eine heute weitgehend vergessene expressionistische Vergangenheit. Dazu zählen beispielsweise seine drei frühen Operneinakter "Mörder, Hoffnung der Frauen" auf einen Text des expressionistischen Malers Oskar Kokoschka, "Das Nusch-Nuschi" und "Sancta Susanna" aus den Jahren 1919 bis 1921. Hindemith war damals 25, so dass man von Jugendsünden eigentlich nicht reden kann. Auch die Liederzyklen "Die junge Magd" nach Georg Trakl und "Des Todes Tod" aus dem Jahr 1922 zählen hierzu. Im gleichen Jahr schrieb er aber auch die berühmte 1.Kammermusik mit dem Foxtrott-Finale "1921" und die Klaviersuite "1922" mit ver-schiedenen Modetänzen - die ersten Vorboten einer tagesaktu-ellen Konzertmusik. Noch die erste große Oper "Cardillac" von 1926 wird von einigen expressionistischen Strahlen ge-streift, obgleich sie sich in der Hauptsache neoklassisch bzw. neobarock zeitlos und sachlich gebärdet. Die Neue Sach-lichkeit wird vom "Cardillac" zusätzlich noch in der Ideolo-gie der Einheit von Kunst und Handwerk vertreten, was sich mit Expressionismus nun wirklich nicht mehr verträgt. Hinde-miths Musik zeigte nun offen eine Tendenz zum Kunsthandwerk. Aus diesem Widerspruch kam er niemals mehr frei: einerseits wollte er dem alltäglichen Musikgebrauch dienen, nur "Gebrauchsmusik" schreiben, andererseits lockten ihn das Staatstheater und der bürgerliche Konzertsaal, den er in seiner Jugend so schnöde verhöhnt hatte. Der Spott, den "Neues vom Tage" so freigebig verbreitet, ist musikalisch eben deshalb so treffend, weil Hindemith sich ein Stück weit auch selbst auf den Arm nimmt.

Wenigstens am Rande sei erwähnt, dass Hindemith in diesem Jahr 1929 auch die Musik zu dem Baden-Badener Lehrstück und zum "Lindberghflug" von Bertolt Brecht schrieb, ja er kompo-nierte einen Zyklus von Männerchören, der Texte sowohl von Brecht als auch von Gottfried Benn unter einen Hut brachte. Die Weltwirtschaftskrise lenkte die Entscheidung über Hinde-miths weitere Entwicklung freilich in die Richtung Gottfried Benns: mit ihm schrieb er dann das Oratorium "Das Unaufhör-liche".

Im Sommer 1930 wurde Hindemiths neue Oper den Frankfur-tern präsentiert. Adorno schrieb damals:
Nachdem die Frankfurter Oper ihren Vorsatz, in der nun-mehr abgelaufenen Spielzeit Hindemiths "Neues vom Tage" herauszubringen, nicht mehr realisieren konnte, lud sie das Ensemble des nachbarlichen Darmstadt ein, statt des-sen ihr Publikum mit dem Werke bekannt zu machen. Es lässt sich sagen, dass die Aufnahme des Stückes ins Reper-toire jedenfalls nicht zu den Notwendigkeiten rechnet. Wohl steht die Meisterschaft Hindemiths darin außer Frage. Die Luzidität des Orchesterklanges, die Treffsi-cherheit der instrumentalen Farbengebung, die Deutlich-keit des gesungenen Wortes, der ebenso absichtslose wie souveräne Kontrapunkt - all dies ist evident. Aber es wurde, wiederum, an einen Gegenstand gewandt, der nicht nur die artistische Mühe nicht lohnt, sondern recht ei-gentlich Hindemiths wahrem Wesen entgegen ist und darum seine produktive Phantasie lahmlegt. Gewiss spricht es für ihn, dass er nicht alles und jedes gleich geläufig herunterkomponiert, wozu ihn jenes vorgebliche "Musikantentum" leicht genug verführen könnte. Aber wenn sich, nach Schuberts Wort, nur zu einem guten Text gute Musik machen lässt, dann hätte Hindemith die Verpflich-tung, eben einen guten und adäquaten Text sich zu su-chen, wie er es zur wagemutigeren Zeit des Nusch-Nuschi, das sehr zu Unrecht nicht mehr gespielt wird, vermochte. Der Text von Marcellus Schiffer indessen ist von einer erschreckenden Harmlosigkeit, ein mäßiges Kabarett-Er-zeugnis, platt, reaktionär und ohne Beziehung zum ge-walttätigen Hintergrund von Hindemiths schnödem Humor. Der Einfall, um den das Ganze sich gruppiert, ist dünn genug, aber wenigstens eine amüsante Sketch-Situation: die Museumsszene am Ende des ersten Aktes. Hier ist denn auch die Musik frei und schlechterdings hinreißend - diese Szene allein, an einem Einakterabend, wäre jeder Wirkung sicher, die idiotische Rede des Museumsführers, der Duettkitsch - eine der besten Parodien der Opernli-teratur, nach der definitiv kein Neudeutscher mehr einen Quartsextakkord und eine melodieführende Hornstimme zu schreiben wagen sollte -, die Katastrophe der Venus und die Reprise des Führers, in der der Neoklassizismus der übersichtlichen Formen sich selber ironisch ad absurdum führt: das ist großartig gemacht und dabei so unakade-misch wie möglich. Gemessen aber am immanenten Anspruch des Werkes: die offizielle deutsche Lustspieloper zu schreiben, fehlt es den zwei Opernstunden an ausreichen-dem Gewicht. Das Bedauern mit skandalberühmten Leuten und die Fülle der abschnurrenden Achtel langt nicht zu.

Hindemith hat "Neues vom Tage" zwischen 1953 und 1961 mehrfach umgearbeitet, und zwar gründlicher als manches an-dere frühe Stück, das er der Scham über die Rabiatheiten des eigenen Frühwerks zum Opfer brachte. Heute ist das Interesse an den Originalfassungen wieder gewachsen und damit kommen auch viele Werke wieder ans Tageslicht, die seit 60, 70 Jah-ren nicht mehr zu hören waren. Es interessiert gerade der authentische Ausdruck der Zeit.

Was also brachte Adorno so in Rage? Die Kaltschnäuzig-keit, mit der die Phänomene des Alltags hier präsentiert werden, hat ihre Kehrseite. Das Spiel mit dem Geist der Zeit opfert natürlich auch dem Zeitgeist. Man gibt sich hedoni-stisch und hat seinen Spaß, man tanzt mit, statt die Ver-hältnisse zum Tanzen zu bringen. Die Neue Sachlichkeit nimmt die neuen gesellschaftlichen Bedingungen hin. Sie werden dem allgemeinen Gelächter preisgegeben. Hier eine kritische Hal-tung zu unterstellen, wäre schon weit hergeholt.

Es ist alles andere als ein Zufall, dass zu exakt der gleichen Zeit auch Arnold Schönberg eine Zeitoper schrieb. Hindemiths Kollege an der Berliner Musikhochschule kam sogar auf einen nicht unähnlichen Titel: "Von heute auf morgen" - was ja ebenso eine Chiffre für die Tagesaktualität ist. Das Libretto, das Schönbergs Frau Gertrud schrieb, behandelt das gleiche Thema, die Ehekrise, aber völlig entgegengesetzt. Es stemmt sich gegen die Mode der Zeit, es nimmt die Krise ernst, die Ehe ernst, den Versuch des Kompromisses ernst. Und auch die Musik macht Ernst. Schönberg hat dem Zeitgeist kein Opfer gebracht, sondern sich ihm widersetzt. Adorno war das natürlich wohlbekannt und hier war er auch Partei. Ihm musste "Neues vom Tage" prinzipiell suspekt sein. Heute, da beide Opern der Tagesaktualität entrückt sind, können wir ihre musikalischen Qualitäten entspannter in Augenschein nehmen.

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Inhalt

1. Teil

Laura und Eduard sitzen beim Frühstück und geraten in Streit. Ihr Duett führt in den gemeinsamen Ausruf: "Wir las-sen uns scheiden!" Da kommen die Nachbarn, Herr und Frau M., von der Hochzeitsreise zurück. Binnen kürzester Zeit sind sie in den Sog des Ehekrachs geraten, und so mündet auch das abschließende Quartett in den hymnischen Ausbruch: "Wir kön-nen uns nicht leiden!"

Das zweite Bild führt auf das Standesamt, wo die Büro-kraten Formtexte murmeln. Aus einer Tür kommt das Ehepaar M. glücklich geschieden heraus und singt ein Loblied auf die Paragraphen: "Alles vorbei! Wir sind frei! Wie junge Liebe im Mai!" Von ihnen erfahren Eduard und Laura, wie man zu ei-nem Scheidungsgrund kommt: das Büro für Familienangelegen-heiten GmbH hat ihn geliefert. Nach einer vergeblichen Auseinandersetzung mit dem Standesbeamten steht fest: auch Laura und Eduard werden dorthin gehen.

Im Büro für Familienangelegenheiten GmbH spielt folglich das dritte Bild. Es beginnt mit einem Chor der Tippfräulein. Dann tritt der von den Tippfräulein bewunderte Chef persönlich auf, der schöne Herr Hermann. Er selbst pflegt den Scheidungsgrund zu spielen. Beim letzten Fall allerdings nahm er allzu sehr Teil am Schicksal seiner Kunden: er hat sich in Frau M. verliebt.

Im vierten Bild spielt im Museum. Ein Fremdenführer er-klärt die Statue der berühmten Venus, und keiner schaut hin. Laura vertreibt sich die Langeweile mit der Lektüre des Reiseführers und entdeckt dabei, wie durcheinander es schon bei den alten Göttern zuging. Sie erwartet hier ihren Schei-dungsgrund - doch sie hat ihn sich ein wenig anders vorgestellt als den schönen Herrn Hermann. Hindemith hat der nun stattfindenden Generalprobe für den Eklat die Überschrift "Duett-Kitsch" gegeben. Diese großartige Parodie eines Liebesduetts führt zu so schönen Wendungen wie: "Oh lassen Sie mich Dein sein!" Laura fällt immer wieder aus der Rolle, doch auf Eduard wirkt ihre Bemühung immerhin so echt, dass er in Wut gerät. Nicht genug, dass er den schönen Herrn Hermann beschimpft, nein, zuletzt zerschmeißt er auch noch die be-rühmte Venus. Die Museumsbesucher sind empört: "So viele Va-sen stehen hier herum, warum denn musste man gerade diese wunderschöne Venus demolieren, die sich doch viel weniger für solche Dinge eignet!" Als der Fremdenführer wieder vor-beikommt, merkt in der Gruppe schon keiner mehr, dass das be-rühmte Stück fehlt.

2. Teil

Es beginnt mit einer berühmten Szene, die nicht nur Mu-sikgeschichte gemacht hat: Laura sitzt im Hotel in der Bade-wanne und singt eine Arie auf die Vorzüge der Warmwasserversorgung. Das treibt die Opernparodie auf die Spitze. Wer da-bei keinen Spaß mehr verstand, waren die Nazis: eine nackte Frau in der Badewanne auf der Opernbühne! Goebbels hatte sein Schlagwort gegen die Kulturbolschewisten. Und es steht fest, dass bei der großen Auseinandersetzung zwischen Furt-wängler und den Nazis um die Uraufführung von Hindemiths Oper "Mathis der Maler" im Jahr 1934 Hitler dem Komponisten gerade diese Szene nicht verzieh.

Das Badezimmer gehört zu zwei Zimmern gleichzeitig, was gewissermaßen Verwicklungen geradezu herausfordert. Und da kommt auch schon der schöne Herr Hermann durch die unver-schlossene Tür des Nachbarzimmers. Als Laura ihn verjagen will, beginnt er sich auszuziehen: "Neue Zeiten, neue Metho-den. Bediene deine Kunden gut, ist ein Grundsatz unserer Firma." Und dann kommt auch noch Frau M. hinzu, die ja die Geliebte des schönen Herrn Hermann geworden ist. Alle sind irgendwie unangenehm berührt, aber sie singen "Es ist zu er-tragen, man kann's überwinden, zweifellos lässt sich Angeneh-meres denken." Gefühle kommen erst auf, als die beiden Frauen darüber in Streit geraten, welcher von beiden denn nun die Benutzung des Bades zustehe. Sie schreien das ganze Hotel zusammen und das Finale vereint alle mit dem schönen Satz: "Ach wie peinlich!"

Im sechsten Bild, das auf der einen Hälfte der Bühne Laura im Hotelzimmer und auf der anderen Eduard im Gefängnis zeigt, lesen beide in den Zeitungen die Schlagzeilen über den Skandal ihres Ehepartners - die Macht der Presse beginnt ihre Schatten über sie zu werfen.

Im siebten Bild schließlich rechnet Eduard, den man auf Bewährung freigelassen hat, seine Strafen auf: er ist finan-ziell ruiniert. Als der schöne Herr Hermann ihm Geld anbie-tet, weil er ja Laura liebt, wird Eduard noch zornig, aber dann stürmen sechs Manager auf ihn ein - auch dies ein sehr moderner Typus - und ihnen erliegt er. Er versteht nur noch "Amerika - Kontrakt - Triumphzug um die Welt". Man will seine und Lauras Geschichte vermarkten. Zum Schluss stimmen sie einen Marsch an: "Der Ruhmeskranz bedeckt ihr Haupt", eine Parodie, die den militaristischen Spießern auch kaum gefallen haben dürfte.

3. Teil

Das achte Bild beginnt wieder zart und lieblich mit dem Chor der Tippfräulein im Büro für Familienangelegenheiten GmbH. Der schöne Herr Hermann ist noch traurig, doch findet er schließlich Trost darin, dass das Geschäft gut geht. Nach einem kurzen Zwischenspiel treffen wir Herrn und Frau M., die gerade von ihrer zweiten Hochzeitsreise zurückkommen, im Foyer des Revuetheaters "Alkazar". Die größte Attraktion des Abends wird die große Szene des Ehekrachs zwischen Laura und Eduard sein. Im Theater werden dann zunächst einige Varie-ténummern vorgeführt, bevor die Hauptnummer des Programms angekündigt wird. Zuerst verkünden Laura und Eduard die schöne Erkenntnis: "Liebe hat leicht etwas Erotisches, das kaum dazugehört, das uns betört. Hätt' Liebe nichts Eroti-sches, wär' Liebe lieb und wert." Und dann beginnt der be-rühmte Streit, dass die Fetzen fliegen. Auf dem Höhepunkt wird Eduard die Venus gereicht, die er erwartungsgemäß zer-schmettert. Schluss der Vorstellung.

Im elften und letzten Bild atmen Laura und Eduard auf: der Vertrag ist ausgelaufen, sie haben das Geld für die Scheidung zusammen und finden es richtig schade, dass sie jetzt auseinandergehen sollen. Sie möchten sich gern ins Privatleben zurückziehen, aber man lässt sie nicht mehr. Re-signiert erkennen sie: "Wir sind entleibt, gehören uns nicht selber, sind ein Bericht nur, wir leben nur im Hirn des Le-sers, sind eine Handelsware. Als solche sind wir allerdings jetzt stark gefragt." Die Abendzeitungen werden gebracht, unter "Neues vom Tage" findet sich neben Schlagzeilen wie "Durch Mussolini wurde jetzt in Rom das Heim für arme Numis-matiker eingeweiht" auch die Fortsetzung der Story von Laura und Eduard.

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